Urlaub im Minijob 2026: Wie viele Tage stehen dir zu?
Auch als Minijobber hast du Anspruch auf bezahlten Urlaub. Das regelt das Bundesurlaubsgesetz (BUrlG §3), das keine Ausnahmen für geringfügig Beschäftigte macht. Egal ob du ein oder fünf Tage pro Woche arbeitest — dein Urlaubsanspruch ist gesetzlich garantiert und orientiert sich an deinen tatsächlichen Arbeitstagen.
Die Formel: So berechnest du deinen Urlaub
Der gesetzliche Mindesturlaub wird nach der Anzahl deiner Arbeitstage pro Woche berechnet. Die Grundlage ist §3 BUrlG, der einen Mindesturlaub von 24 Werktagen bei einer 6-Tage-Woche vorschreibt. Für alle anderen Modelle gilt folgende Formel:
Urlaubsformel (BUrlG §3)
(Arbeitstage/Woche × 24) ÷ 6 = Urlaubstage/Jahr
| Arbeitstage/Woche | Urlaubstage/Jahr | Berechnung |
|---|---|---|
| 1 Tag | 4 Tage | (1 × 24) ÷ 6 = 4 |
| 2 Tage | 8 Tage | (2 × 24) ÷ 6 = 8 |
| 3 Tage | 12 Tage | (3 × 24) ÷ 6 = 12 |
| 4 Tage | 16 Tage | (4 × 24) ÷ 6 = 16 |
| 5 Tage | 20 Tage | (5 × 24) ÷ 6 = 20 |
Quelle: BUrlG §3, Minijob-Zentrale
Wann entsteht der volle Urlaubsanspruch?
Der volle Jahresurlaubsanspruch entsteht erst nach einer ununterbrochenen Wartezeit von 6 Monaten im selben Beschäftigungsverhältnis (§4 BUrlG). Vor Ablauf dieser Wartezeit hast du Anspruch auf ein Zwölftel des Jahresurlaubs pro vollem Beschäftigungsmonat.
- Arbeitstage: 3 Tage/Woche → 12 Urlaubstage/Jahr
- Eintritt: 1. Juli — voller Anspruch ab 1. Januar
- Urlaubsanspruch für Juli–Dezember: 6 Monate × 1 Urlaubstag = 6 Tage
- Ab Januar: volle 12 Tage pro Jahr
Bist du bereits im ersten halben Jahr auf eigenen Wunsch ausgeschieden oder wegen eigenen Verschuldens entlassen worden, hat der Arbeitgeber Anspruch auf Rückzahlung bereits gewährten Urlaubs — das ist jedoch in der Praxis selten relevant.
Was bekommst du während des Urlaubs bezahlt?
Während des Urlaubs hast du Anspruch auf Urlaubsentgelt in Höhe deines normalen Lohns (§11 BUrlG). Die genaue Berechnung richtet sich nach dem Durchschnittsverdienst der letzten 13 Wochen vor Urlaubsantritt. Einmalige Zahlungen wie Boni bleiben dabei außer Betracht.
Bei einem Minijob bis zur aktuellen Minijob-Grenze von €603/Monat und einem Mindestlohn von €13.9/Stunde ergibt sich das Urlaubsentgelt direkt aus deinem üblichen Stundenlohn multipliziert mit den Arbeitsstunden an den Urlaubstagen.
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Wann verfällt Urlaub beim Minijob?
Nicht genommener Urlaub verfällt grundsätzlich am 31. März des Folgejahres (§7 Abs. 3 BUrlG). Es gilt jedoch eine wichtige Einschränkung aus der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH), die das Bundesarbeitsgericht (BAG) bestätigt hat:
In der Praxis bedeutet das: Viele Minijobber haben mehr Resturlaub angesammelt, als ihr Arbeitgeber annimmt. Wenn du nie einen schriftlichen Hinweis erhalten hast, ist dein Urlaub nicht verfallen.
Resturlaub bei Kündigung
Bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses muss nicht genommener Urlaub zwingend ausgezahlt werden (§7 Abs. 4 BUrlG). Der Arbeitgeber kann den Urlaub nicht einfach verfallen lassen.
- Schritt 1: Durchschnittlichen Tagesverdienst der letzten 13 Wochen berechnen
- Schritt 2: Anzahl der verbleibenden Urlaubstage ermitteln
- Schritt 3: Tagesverdienst × offene Urlaubstage = Abgeltungsbetrag
- Anspruch gilt auch bei fristloser Kündigung durch den Arbeitgeber
Beispiel: Du verdienst €603/Monat bei 3 Arbeitstagen pro Woche (ca. 13 Arbeitstage/Monat). Dein Tagesverdienst beträgt etwa €46.38. Bei 4 offenen Urlaubstagen erhältst du eine Urlaubsabgeltung von ca. €185.54.
Häufige Irrtümer beim Minijob-Urlaub
Rund um den Urlaubsanspruch im Minijob kursieren hartnäckige Missverständnisse. Hier die drei häufigsten — und warum sie falsch sind:
„Als Minijobber habe ich keinen Urlaubsanspruch."
Falsch. §3 BUrlG gilt für alle Arbeitnehmer — unabhängig vom Umfang der Beschäftigung. Auch bei einer Stunde pro Woche entsteht anteiliger Urlaubsanspruch.
„Die Urlaubstage richten sich nach den Arbeitsstunden."
Falsch. Für die Urlaubsberechnung zählen ausschließlich die Arbeitstage, nicht die Arbeitsstunden. Wer 2 Tage à 4 Stunden arbeitet, hat denselben Anspruch wie jemand mit 2 Tagen à 8 Stunden.
„Nicht genommener Urlaub verfällt automatisch am Jahresende."
Falsch. Ohne ausdrücklichen schriftlichen Hinweis des Arbeitgebers auf den drohenden Verfall bleibt der Urlaubsanspruch erhalten — das hat der EuGH 2018 verbindlich entschieden.
Häufige Fragen
Wie viel Urlaub habe ich bei Minijob 2 Tage pro Woche?
Bei 2 Arbeitstagen pro Woche stehen dir 8 bezahlte Urlaubstage pro Jahr zu. Formel: (2 × 24) ÷ 6 = 8 Tage. Dein Arbeitgeber zahlt deinen normalen Lohn an diesen Tagen.
Wie viele Urlaubstage habe ich bei einem Minijob an 3 Tagen?
12 Urlaubstage pro Jahr. Berechnung: (3 × 24) ÷ 6 = 12.
Bekomme ich bei Kündigung meinen Resturlaub ausgezahlt?
Ja. Nicht genommener Urlaub muss bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses ausgezahlt werden (§7 Abs. 4 BUrlG).
Verfällt mein Urlaub wenn ich ihn nicht nehme?
Nicht automatisch. Dein Arbeitgeber muss dich aktiv auf den drohenden Verfall hinweisen — erst dann verfällt er am 31. März des Folgejahres.
Der Urlaubsanspruch Minijob wird von vielen Beschäftigten in der geringfügigen Beschäftigung unterschätzt oder ganz übersehen. Dabei gilt das Bundesurlaubsgesetz ohne Ausnahme für alle Arbeitnehmer — auch für Minijobber. Die Anzahl der Urlaubstage berechnen lässt sich mit einer einfachen Formel: Arbeitstage pro Woche multipliziert mit 24, geteilt durch 6. Das Ergebnis sind die gesetzlichen Mindesturlaubstage. Wer etwa 3 Tage pro Woche arbeitet, hat Anspruch auf 12 Tage bezahlter Urlaub pro Jahr. Während der Urlaubszeit gilt volle Lohnfortzahlung — der Arbeitgeber zahlt den Durchschnittsverdienst der letzten 13 Wochen. Die Berechnung orientiert sich dabei an den Arbeitstagen, nicht an den Arbeitsstunden. Wer seinen Urlaub nicht nehmen konnte, sollte wissen: Ohne schriftlichen Verfallshinweis des Arbeitgebers bleibt der Anspruch aus der geringfügigen Beschäftigung erhalten. Bei Kündigung ist Resturlaub in jedem Fall auszuzahlen.
