Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Rechts- oder Steuerberatung. Mehr erfahren
Krank im Minijob 2026 — Deine Rechte bei Krankheit
Was passiert, wenn du als Minijobber krank bist? Wer bekommt die Krankmeldung? Gibt es Lohnfortzahlung? Hier sind alle Antworten.
Wer bekommt die Krankmeldung beim Minijob?
Du meldest dich bei deinem Arbeitgeber krank. Bei gesetzlich Versicherten ruft er die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung elektronisch bei der Krankenkasse ab (eAU), ein Zettel ist dann meist nicht mehr nötig. Eine Vorlage für die Meldung findest du in der Krankmeldung-Vorlage für den Minijob.
Aus dem Minijob allein hast du keinen Anspruch auf Krankengeld von der gesetzlichen Krankenversicherung. Der Lohn läuft in den ersten sechs Wochen über die Lohnfortzahlung deines Arbeitgebers weiter.
Hast du Anspruch auf Lohnfortzahlung?
Ja. Das Entgeltfortzahlungsgesetz (EFZG §3) gilt auch für Minijobber: Nach 4 Wochen Betriebszugehörigkeit hast du Anspruch auf bis zu 6 Wochen Lohnfortzahlung in voller Höhe. Dein Arbeitgeber übernimmt diese Kosten über die sogenannte U1-Umlage — dein Gehalt wird davon nicht abgezogen.
- Voraussetzung: 4 Wochen Betriebszugehörigkeit
- Dauer: bis zu 6 Wochen
- Höhe: 100 % des normalen Gehalts
- Erstattung: Arbeitgeber über U1-Umlage
Ab wann brauchst du eine Krankmeldung?
Gesetzlich ist die AU erst ab dem 4. Krankheitstag vorgeschrieben (§5 EFZG). Viele Arbeitgeber fordern sie jedoch bereits ab dem ersten Tag — prüfe dazu deinen Arbeitsvertrag.
Im Zweifelsfall lieber früher zum Arzt: Die AU schützt dich rechtlich und sichert deinen Lohnfortzahlungsanspruch ab.
* UV-Beitrag ist branchenabhängig (Näherungswert).
U1 wurde zum 1.1.2026 von 1,1 % auf 0,8 % gesenkt.
* bei Mindestlohn · Grenze: €14,60 × 130 ÷ 3 ≈ €633
Was passiert nach 6 Wochen Krankheit?
Nach 6 Wochen endet die Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber. Als Minijobber gibt es danach kein Krankengeld aus der gesetzlichen Krankenversicherung — denn du bist über den Minijob selbst nicht GKV-pflichtversichert.
Bist du über einen Hauptjob, die Familienversicherung oder eine private Krankenversicherung abgesichert, läuft deine Krankenversicherung natürlich weiter. Das Minijob-Gehalt entfällt aber, sobald die 6-Wochen-Frist abgelaufen ist.
Krankengeld im Minijob: Wer bekommt es?
Krankengeld zahlt die gesetzliche Krankenkasse, und zwar nur Mitgliedern, die darauf Anspruch haben. Im Minijob hängt es deshalb davon ab, wie du versichert bist:
| Wie bist du versichert? | Krankengeld nach 6 Wochen? |
|---|---|
| Familienversichert (Minijob als Zuverdienst) | Nein. Familienversicherte haben keinen Anspruch auf Krankengeld. |
| Pflichtversichert über einen Hauptjob | Ja, über die Krankenkasse deines Hauptjobs. Berechnet wird es aus dem beitragspflichtigen Entgelt, der Minijob-Lohn zählt in der Regel nicht dazu. |
| Student (studentische Krankenversicherung) | Nein, ohne Krankengeld-Anspruch. |
| Freiwillig oder privat versichert | Nur, wenn dein Tarif Krankengeld oder Krankentagegeld enthält. Prüfe deinen Vertrag. |
Allgemeine Regeln nach § 44 SGB V. Ob du im Einzelfall Anspruch hast, entscheidet deine Krankenkasse.
Lohnfortzahlung bei Stundenlohn: Was wird bezahlt?
Es gilt das Lohnausfallprinzip: Du bekommst den Lohn, den du ohne die Krankheit verdient hättest. Waren für die Krankheitstage Schichten eingeplant, werden genau diese Stunden bezahlt. Auch an Feiertagen, die auf einen Arbeitstag fallen, steht dir der Lohn zu.
Hast du keinen festen Dienstplan und arbeitest auf Abruf, wird die durchschnittliche Arbeitszeit der letzten drei Monate vor Beginn der Erkrankung zugrunde gelegt (§ 12 Abs. 4 TzBfG). Die Zahlung zählt zum Arbeitsentgelt und damit zur Minijob-Grenze. Mehr zu festen Stunden im Vertrag: Arbeitszeit im Minijob.
Kündigung während der Krankheit
Krankheit ist kein Kündigungsverbot. Ob eine Kündigung wirksam ist, hängt vom Betrieb ab: Das Kündigungsschutzgesetz gilt nach sechs Monaten Betriebszugehörigkeit in Betrieben mit mehr als zehn Beschäftigten. Minijobber zählen dabei nur anteilig, bis 20 Wochenstunden mit 0,5 (§ 23 KSchG). In einem Kleinbetrieb ohne diesen Schutz muss die Kündigung trotzdem fristgerecht und schriftlich erfolgen.
Kündigt der Arbeitgeber aus Anlass deiner Krankheit, behältst du den Anspruch auf Lohnfortzahlung für bis zu sechs Wochen (§ 8 EFZG). Die Fristen und eine Vorlage findest du bei Kündigung im Minijob.
Schwanger im Minijob: Mutterschaftsgeld und Zuschuss
- Gesetzlich krankenversichert: Das Mutterschaftsgeld zahlt deine Krankenkasse, bis zu 13 € pro Kalendertag.
- Familienversichert oder privat versichert: Du bekommst einmalig bis zu 210 € vom Bundesamt für Soziale Sicherung.
- Arbeitgeberzuschuss: Dein Arbeitgeber zahlt einen Zuschuss zum Nettoentgelt. Er bekommt ihn über die Umlage U2 von der Minijob-Zentrale erstattet.
Quelle: Minijob-Zentrale: Mutterschaftsgeld im Minijob. Betrag und Voraussetzungen im Einzelfall bei der Krankenkasse oder dem Bundesamt erfragen.
Checkliste: Was tun wenn du krank bist
- Arbeitgeber sofort informieren — am besten telefonisch noch vor Arbeitsbeginn.
- Arzt aufsuchen — am selben oder am nächsten Tag.
- AU-Bescheinigung holen — ab dem 4. Tag gesetzlich Pflicht, oft schon ab dem 1. Tag vom Arbeitgeber gewünscht.
- AU an Arbeitgeber schicken — nicht an die Krankenkasse.
- Lohnfortzahlung läuft automatisch — du musst keinen gesonderten Antrag stellen.
Krankheitstage dürfen übrigens nicht als Urlaubstage angerechnet werden — das ist ausdrücklich gesetzlich verboten.
Häufige Fragen
Wer bekommt die Krankmeldung bei einem Minijob?
Dein Arbeitgeber. Du meldest dich bei ihm krank. Bei gesetzlich Versicherten ruft er die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung elektronisch bei der Krankenkasse ab (eAU), einen „gelben Schein“ musst du dann meist nicht abgeben.
Bekomme ich bei Krankheit mein Minijob-Gehalt weiter?
Ja, für bis zu 6 Wochen zahlt dein Arbeitgeber die volle Lohnfortzahlung (EFZG). Voraussetzung: Du bist mindestens 4 Wochen im Betrieb.
Wie werden Krankheitstage bei einem Minijob berechnet?
Krankheitstage gelten als normale Arbeitstage und werden mit dem normalen Stundenlohn vergütet. Sie dürfen nicht als Urlaubstage angerechnet werden.
Was passiert nach 6 Wochen Krankheit beim Minijob?
Die Lohnfortzahlung endet. Aus dem Minijob allein gibt es kein Krankengeld, weil du über ihn nicht in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert bist. Wer über einen Hauptjob pflichtversichert ist, kann Krankengeld über diese Versicherung bekommen.
Bekomme ich als Minijobber Krankengeld?
Aus dem Minijob allein nicht. Familienversicherte haben keinen Anspruch auf Krankengeld. Wer über einen Hauptjob gesetzlich pflichtversichert ist, kann es von seiner Krankenkasse bekommen, berechnet wird es aus dem beitragspflichtigen Entgelt.
Wird mein Minijob-Lohn bei Krankheit nach Stunden gezahlt?
Du bekommst den Lohn, den du ohne Krankheit verdient hättest (Lohnausfallprinzip). Waren Schichten eingeplant, werden diese Stunden bezahlt. Bei Arbeit auf Abruf zählt der Durchschnitt der letzten drei Monate vor der Erkrankung (§ 12 Abs. 4 TzBfG).
Darf mir gekündigt werden, wenn ich krank bin?
Krank zu sein schützt nicht automatisch vor einer Kündigung. Im Betrieb mit Kündigungsschutz muss sie sozial gerechtfertigt sein. Wird dir wegen der Krankheit gekündigt, zahlt der Arbeitgeber den Lohn trotzdem bis zu sechs Wochen weiter (§ 8 EFZG).
Bekomme ich als Minijobberin Mutterschaftsgeld?
Ja. Gesetzlich Krankenversicherte bekommen es von ihrer Krankenkasse. Familienversicherte oder privat Versicherte erhalten einmalig bis zu 210 € vom Bundesamt für Soziale Sicherung. Der Arbeitgeber zahlt zusätzlich einen Zuschuss zum Nettoentgelt.
Alle Angaben ohne Gewähr. Modellrechnung auf Basis der für 2026 geltenden Werte; keine Rechts-, Steuer- oder Rentenberatung. Verbindliche Auskünfte erteilen die Minijob-Zentrale, die Deutsche Rentenversicherung und Steuerberater.
Redaktionell geprüft von
Ailiniyazi Maimaiti
Gründer und verantwortlicher Redakteur von Minijob-Ratgeber.de. Recherchiert und prüft alle Inhalte anhand offizieller Quellen — Minijob-Zentrale, Deutsche Rentenversicherung und die zugrunde liegenden Gesetzestexte (SGB IV, MiLoG, BUrlG).
Rechtlicher Hinweis & Haftungsausschluss
Die auf Minijob-Ratgeber.de bereitgestellten Inhalte werden mit größtmöglicher Sorgfalt recherchiert und auf Basis der aktuellen Gesetzeslage (u. a. MiLoG, SGB IV, BUrlG) erstellt. Sie dienen ausschließlich der allgemeinen Information und Orientierung und ersetzen im Einzelfall keine individuelle Rechts-, Steuer- oder Personalberatung durch qualifizierte Fachkräfte (z. B. Rechtsanwälte, Steuerberater oder die Minijob-Zentrale). Wir übernehmen keine Gewähr für die Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität aller Angaben — siehe auch unser Korrekturprotokoll.
Das könnte dich auch interessieren
Passende Rechner zu diesem Thema
Schon gewusst?
Ab Januar 2027 steigt die Minijob-Grenze auf 633 € im Monat
Mindestlohn 14,60 €: Was sich für Minijobber und Arbeitgeber ändert.
War dieser Artikel hilfreich?
