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Anmeldung

Minijob anmelden 2026 — Schritt für Schritt erklärt

Einen Minijob korrekt anzumelden ist Pflicht — und einfacher als viele denken. Die Anmeldung bei der Minijob-Zentrale dauert online weniger als 30 Minuten und muss vor dem ersten Arbeitstag abgeschlossen sein. Wer das versäumt, riskiert empfindliche Bußgelder. Hier findest du alles, was Arbeitgeber und Arbeitnehmer wissen müssen — mit konkreten Schritten und Fristen.

Wer meldet einen Minijob an?

Eine häufige Verwechslung: Die Anmeldepflicht liegt beim Arbeitgeber — nicht beim Arbeitnehmer. Das gilt für gewerbliche Arbeitgeber ebenso wie für Privatpersonen, die eine Haushaltshilfe beschäftigen. Der Arbeitgeber ist nach §28a SGB IV verpflichtet, jeden neuen Arbeitnehmer bei der zuständigen Einzugsstelle anzumelden.

Bei einem normalen Minijob (gewerblich) ist die Einzugsstelle die Minijob-Zentrale der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See. Bei einem Minijob im Privathaushalt läuft die Anmeldung ebenfalls über die Minijob-Zentrale, aber über das vereinfachte Haushaltsscheckverfahren.

Grundregel zur Anmeldepflicht
  • Zuständig: immer der Arbeitgeber (§28a SGB IV)
  • Frist: vor dem ersten Arbeitstag — nicht danach
  • Einzugsstelle: Minijob-Zentrale (minijob-zentrale.de)
  • Privathaushalt: vereinfachter Haushaltsscheck
  • Keine Ausnahmen: auch bei kurzfristiger Beschäftigung

Der Arbeitnehmer trägt keine eigene Anmeldepflicht — er muss lediglich die notwendigen Daten (Sozialversicherungsnummer, Steuer-ID) bereitstellen und dem Arbeitgeber wahrheitsgemäß angeben, ob er noch weitere Minijobs oder einen sozialversicherungspflichtigen Hauptjob hat.

Minijob anmelden — Schritt für Schritt (Arbeitgeber)

Für die erstmalige Einstellung eines Minijobbers sind vier Schritte nötig. Hast du bereits Minijobber beschäftigt und eine Betriebsnummer, kannst du direkt mit Schritt 2 beginnen.

1

Betriebsnummer beantragen (falls keine vorhanden)

Jeder Arbeitgeber braucht eine Betriebsnummer, um Mitarbeiter anmelden zu können. Wenn du noch keine hast — z. B. weil du zum ersten Mal jemanden einstellst — beantragst du sie kostenlos online beim Betriebsnummern-Service der Bundesagentur für Arbeit unter betriebsnummer.arbeitsagentur.de. Die Vergabe dauert in der Regel 1–3 Werktage.

2

Minijobber bei der Minijob-Zentrale anmelden

Gehe auf minijob-zentrale.de und melde dich im Arbeitgeber-Portal an. Dort füllst du das Anmeldeformular mit den Personalien des Arbeitnehmers, der Sozialversicherungsnummer, der Steuer-ID, dem Beschäftigungsbeginn, dem Lohn und den vereinbarten Arbeitsstunden aus. Nach dem Absenden erhältst du eine Bestätigung.

3

Schriftlichen Arbeitsvertrag abschließen

Seit 2022 bist du als Arbeitgeber verpflichtet, dem Minijobber spätestens am ersten Arbeitstag die wesentlichen Arbeitsbedingungen schriftlich auszuhändigen (§2 NachwG). Dazu gehören: Beginn und Dauer der Beschäftigung, Arbeitsort, vereinbarte Arbeitszeit, Vergütung, Urlaubsanspruch und Kündigungsfristen.

4

Monatliche Pauschalabgaben zahlen

Die Minijob-Zentrale schickt dir nach der Anmeldung einen Beitragsbescheid mit der Bankverbindung für die monatlichen Pauschalabgaben. Als gewerblicher Arbeitgeber zahlst du rund 28–30 % auf den Bruttomonatslohn — bestehend aus Kranken- und Rentenversicherung, Pauschalsteuer, Unfallversicherung und weiteren Umlagen.

Online-Anmeldung unter minijob-zentrale.de
  • Arbeitgeber-Portal: kostenlose Registrierung, keine Papierformulare
  • Haushaltscheck: spezielles Verfahren für Privathaushalte
  • Dokumente: nach Anmeldung per Post oder digital erhalten
  • Support: kostenlose Hotline 0355 290 370 000

Was muss der Arbeitnehmer tun?

Auch wenn die formale Anmeldepflicht beim Arbeitgeber liegt, hat der Arbeitnehmer einige wichtige Aufgaben — besonders wenn er bereits andere Beschäftigungen hat.

Sozialversicherungsnummer und Steuer-ID bereithalten: Dein Arbeitgeber braucht beide Nummern für die Anmeldung bei der Minijob-Zentrale. Die Sozialversicherungsnummer steht auf deiner Versicherungskarte oder dem Sozialversicherungsausweis. Die elfstellige Steuer-ID findest du auf deinem letzten Steuerbescheid oder in einem Brief des Bundeszentralamts für Steuern.

Rentenversicherungspflicht prüfen: Minijobber sind grundsätzlich rentenversicherungspflichtig. Du zahlst aus deinem Lohn einen eigenen Beitrag von derzeit 3,6 % hinzu (der Arbeitgeber zahlt den Restbetrag von 15 %). Du kannst dich jedoch von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen (Opt-out nach §6 SGB VI) — dann sparst du die 3,6 % auf deinen Nettolohn, verzichtest aber auf die Rentenansprüche aus dem Minijob.

Rentenversicherung: Bleiben oder befreien?

Pflichtbeitrag (Standard)

  • + Rentenansprüche werden aufgebaut
  • + Rehabilitation und Erwerbsminderung
  • − 3,6 % werden vom Lohn einbehalten

Befreiung (Opt-out)

  • + Keine Abzüge vom Nettolohn
  • + Gesamtlohn bleibt erhalten
  • − Kein Rentenanspruch aus Minijob

Hauptjob angeben: Teile deinem Arbeitgeber mit, ob du bereits einen sozialversicherungspflichtigen Hauptjob hast. Das ist rechtlich relevant: Ein erster Minijob neben einem Hauptjob bleibt sozialversicherungsfrei. Hast du jedoch mehrere Minijobs, werden sie zusammengerechnet — übersteigt die Summe €603/Monat, wird die gesamte Beschäftigung sozialversicherungspflichtig.

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€100Grenze €603€900
€/Std. (Mindestlohn: €13.9)
Minijob-Grenze eingehalten
500,00
Noch €103 bis zur Grenze
Dein Gehalt
Brutto500,00
EinkommensteuerKeine
Rentenversicherung−€18,00
Netto482,00
Arbeitgeber-Kosten(Betrieb)
Krankenversicherung (13 %)65,00
Rentenversicherung (15 %)75,00
Pauschalsteuer (2 %)10,00
Umlagen + Unfallversicherung12,35
Gesamtaufwand AG/Mo.662,35
davon Jahreskosten7.948,20
Stand: 2025/2026 · Verdienstgrenze: €603/Monat · Mindestlohn: €13.9/Std. · Alle Angaben ohne Gewähr · Kein Steuerberater

Fristen und Strafen bei Nichtanmeldung

Die Anmeldung muss zwingend vor Beschäftigungsbeginn erfolgen — nicht erst nach dem ersten Arbeitstag und auch nicht erst nach dem ersten Monat. Diese Pflicht ergibt sich aus §28a Abs. 1 SGB IV.

Eine rückwirkende Anmeldung ist zwar technisch möglich, hat aber ernste Konsequenzen: Die Minijob-Zentrale kann alle ausstehenden Beiträge für bis zu vier Jahre nacherheben. Außerdem wird die Nichtanmeldung als Ordnungswidrigkeit eingestuft, die mit einem Bußgeld belegt werden kann.

Schwarzarbeit ist strafbar. Wer einen Minijobber nicht anmeldet, begeht Schwarzarbeit nach §1 Abs. 2 SchwarzArbG. Die Folgen: Bußgelder bis zu €500.000, Nachzahlung aller Sozialversicherungs­beiträge (bis 4 Jahre rückwirkend inklusive Säumniszuschläge), Schadensersatzansprüche des Arbeitnehmers (z. B. entgangene Rentenansprüche) und bei Vorsatz sogar strafrechtliche Konsequenzen nach §266a StGB (Vorenthalten von Arbeitsentgelt). Der Zoll führt regelmäßig Kontrollen durch.

Auch für Arbeitnehmer ist das Beschäftigen-Lassen ohne Anmeldung kein risikoloser Zustand: Sie verlieren Ansprüche auf Krankengeld, Arbeitslosengeld und Rentenleistungen aus der Zeit der Schwarzarbeit — die Versicherungszeiten zählen schlicht nicht.

Häufige Fragen

Wer ist für die Anmeldung des Minijobs zuständig?

Der Arbeitgeber ist gesetzlich verpflichtet, den Minijob bei der Minijob-Zentrale anzumelden — nicht der Arbeitnehmer. Die Anmeldung muss vor dem ersten Arbeitstag erfolgen. Der Arbeitnehmer muss lediglich seine Sozialversicherungsnummer und Steueridentifikationsnummer bereitstellen.

Was brauche ich für die Anmeldung eines Minijobs?

Als Arbeitgeber benötigst du: deine Betriebsnummer (bei Bedarf bei der Bundesagentur für Arbeit beantragen), Name und Adresse des Arbeitnehmers, Sozialversicherungsnummer und Steuer-ID des Arbeitnehmers sowie den vereinbarten Stundenlohn und die voraussichtliche Wochenstundenzahl.

Was passiert wenn der Minijob nicht angemeldet wird?

Ein nicht angemeldeter Minijob gilt als Schwarzarbeit nach dem Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetz (SchwarzArbG). Es drohen Bußgelder bis zu €500.000 für den Arbeitgeber, Nachzahlungen aller Sozialversicherungsbeiträge für bis zu 4 Jahre rückwirkend, Schadensersatzansprüche des Arbeitnehmers sowie strafrechtliche Konsequenzen bei Vorsatz.

Wie lange dauert die Anmeldung eines Minijobs?

Die Online-Anmeldung bei der Minijob-Zentrale dauert in der Regel 15–30 Minuten. Nach dem Absenden erhältst du eine Bestätigung. Der Beitragsbescheid kommt üblicherweise innerhalb weniger Werktage per Post oder online. Die erstmalige Betriebsnummernbeantragung bei der Bundesagentur für Arbeit kann 1–3 Werktage dauern.

Minijob anmelden ist Pflicht des Arbeitgebers — vor dem ersten Arbeitstag, online bei der Minijob-Zentrale anmelden unter minijob-zentrale.de. Für die Minijob Anmeldung Arbeitgeber wird eine Betriebsnummer benötigt — erstmalig beantragbar bei der Bundesagentur für Arbeit. Der Minijob Arbeitsvertrag muss laut Nachweisgesetz seit 2022 schriftlich ausgehändigt werden. Wer einen Minijob nicht anmelden und schwarz beschäftigen will, riskiert Bußgelder bis €500.000. Für den Arbeitnehmer ist entscheidend: die Rentenversicherungspflicht Minijob kann per Opt-out-Antrag (§6 SGB VI) ausgeschlossen werden — dann kein Abzug vom Lohn, aber auch kein Rentenanspruch. Bei einer Minijob-Grenze von €603/Monat und einem Mindestlohn von €13.9/Stunde sind maximal 43 Stunden pro Monat möglich.