Minijob-Grenze: Entwicklung 1999–2026
Von 325 € bei der Einführung bis 603 € heute — die vollständige Geschichte aller Änderungen der deutschen Minijob-Verdienstgrenze mit Hintergründen und Quellen.
Minijob-Grenze im Zeitverlauf
Monatliche Verdienstgrenze in € — alle Änderungen seit 1999
Die wichtigsten Meilensteine
Die moderne Minijob-Regelung entstand durch die Hartz-II-Reform. Die Grenze wurde auf 400 € angehoben und das Stundenlimit abgeschafft. Minijobs wurden zum Flexibilisierungsinstrument des Arbeitsmarkts.
Nach 10 Jahren Stillstand wurde die Grenze auf 450 € erhöht. Ein allgemeiner Mindestlohn existierte noch nicht — die Änderung war ein politischer Kompromiss.
Am 1. Januar 2015 trat das Mindestlohngesetz in Kraft: 8,50 €/Std. für alle Arbeitnehmer — auch Minijobber. Die Minijob-Grenze blieb bei 450 €, was bei Mindestlohn ca. 52 Stunden/Monat ermöglichte.
Der Wendepunkt: Die Ampelkoalition erhöhte den Mindestlohn auf 12 €/Std. und koppelte die Minijob-Grenze erstmals dynamisch an den Mindestlohn. Formel: Mindestlohn × 130 ÷ 3. Ab 1. Oktober 2022: 520 €.
Mit dem Mindestlohn von 13,90 €/Std. ab Januar 2026 wurde die Grenze automatisch auf 603 € angehoben. Ab Januar 2027 folgt die nächste Erhöhung auf voraussichtlich ~633 € (Mindestlohn: 14,60 €).
Vollständige Tabelle: Alle Jahre
Minijob-Grenze und Mindestlohn — alle Werte für 2013 bis 2026
| Jahr | Monatsgrenze | Jahresgrenze | Mindestlohn | Max. Std./Woche | Änderung |
|---|---|---|---|---|---|
| 2013 | 450 € | 5.400 € | — | — | Grenze erhöht |
| 2014 | 450 € | 5.400 € | — | — | — |
| 2015 | 450 € | 5.400 € | 8,50 €/Std. | ~12.2 Std. | Mindestlohn ↑ |
| 2016 | 450 € | 5.400 € | 8,50 €/Std. | ~12.2 Std. | — |
| 2017 | 450 € | 5.400 € | 8,84 €/Std. | ~11.8 Std. | Mindestlohn ↑ |
| 2018 | 450 € | 5.400 € | 8,84 €/Std. | ~11.8 Std. | — |
| 2019 | 450 € | 5.400 € | 9,19 €/Std. | ~11.3 Std. | Mindestlohn ↑ |
| 2020 | 450 € | 5.400 € | 9,35 €/Std. | ~11.1 Std. | Mindestlohn ↑ |
| 2021 | 450 € | 5.400 € | 9,60 €/Std. | ~10.8 Std. | Mindestlohn ↑ |
| 2022 | 450 € → 520 € | 6.240 € | 12,00 €/Std. | ~10 Std. | Grenze erhöht |
| 2023 | 520 € | 6.240 € | 12,00 €/Std. | ~10 Std. | — |
| 2024 | 538 € | 6.456 € | 12,41 €/Std. | ~10 Std. | Grenze erhöht |
| 2025 | 556 € | 6.672 € | 12,82 €/Std. | ~10 Std. | Grenze erhöht |
| 2026 | 603 € | 7.236 € | 13,90 €/Std. | ~10 Std. | Grenze erhöht |
| 2027 | 633 € | 7.596 € | 14,60 €/Std. | ~10 Std. | Grenze erhöht |
Häufige Fragen zur Minijob-Geschichte
Wann wurde die Minijob-Grenze eingeführt?
Die geringfügige Beschäftigung gibt es in Deutschland seit den 1970er Jahren. Die moderne 400-Euro-Grenze wurde durch die Hartz-II-Reform am 1. April 2003 eingeführt.
Wie hat sich die Minijob-Grenze entwickelt?
325 € (1999), 400 € (2003, Hartz II), 450 € (2013), 520 € (Oktober 2022), 538 € (2024), 556 € (2025), 603 € (2026). Seit Oktober 2022 ist die Grenze dynamisch an den Mindestlohn gekoppelt.
Warum ist die Minijob-Grenze 2022 so stark gestiegen?
Die Ampelkoalition erhöhte den Mindestlohn auf 12 €/Std. und koppelte die Minijob-Grenze erstmals dynamisch an den Mindestlohn. Die Formel lautet: Mindestlohn × 130 ÷ 3. So stieg die Grenze am 1. Oktober 2022 von 450 € auf 520 €.
Wie wird die Minijob-Grenze berechnet?
Seit Oktober 2022: Mindestlohn × 130 ÷ 3, aufgerundet auf volle Euro. Dies entspricht einer Wochenarbeitszeit von ca. 10 Stunden zum Mindestlohn.
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